CBAM: Fünf operative Fehler, die für Unternehmen teuer werden können
Rotterdam, 30. März 2026 – Seitdem der Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) am 1. Januar dieses Jahres in vollem Umfang in Kraft getreten ist, stehen importierende Unternehmen bei bestimmten Waren vor handfesten Herausforderungen bei der Umsetzung. In ihrer täglichen Beratungsarbeit hat die Customs Support Group (CSG), Europas führender unabhängiger Anbieter von Zollabfertigungs- und Handelslösungen, fünf typische Fehler identifiziert, die zu erheblichen Mehrkosten, Compliance-Risiken und zusätzlichem Verwaltungsaufwand führen können.
Unternehmen, die CBAM-Waren importieren, müssen bis zum 31. März 2026 den Status eines zugelassenen CBAM-Anmelders beantragt haben. Ohne Genehmigung sind weitere Importe in die EU gefährdet.
CBAM ist ein zentrales Instrument des EU Green Deals und soll sicherstellen, dass bestimmte importierte Produkte wie Eisen, Stahl, Aluminium, Zement und Düngemittel die gleichen CO₂-Kosten tragen wie in der EU hergestellte Waren. Nach einer dreijährigen Übergangszeit, in der die Unternehmen in erster Linie Berichtsstrukturen einrichten und Meldeverfahren testen konnten, werden die gemeldeten Emissionen ab dem 1. Januar 2026 zwingend den importierten Waren zugerechnet.
Auf dieser Grundlage mussten Unternehmen, die jährlich mehr als 50 Tonnen CBAM-Waren importieren, bis zum 31. März 2026 ihren Antrag auf den Status eines zugelassenen CBAM-Anmelders einreichen. Die Genehmigung stellt sicher, dass Unternehmen weiterhin ohne Unterbrechung CBAM-Waren in die EU importieren können. Als zugelassene CBAM-Anmelder müssen Unternehmen ab 2027 CBAM-Zertifikate für die im Vorjahr eingeführten Waren erwerben und abgeben. Dies hat unmittelbare finanzielle Auswirkungen. Fehler bei der Datenerfassung, der Tarifierung oder der Prozessintegration können somit direkt zu zusätzlichen Belastungen führen.
Für viele Unternehmen ist CBAM nicht mehr nur eine Berichtsaufgabe, sondern eine neue Kostenkomponente, die sich auf Margen und Beschaffungsentscheidungen auswirkt.
CBAM rückt Zoll- und Finanzprozesse ins Rampenlicht
„CBAM entwickelt sich von einer reinen Meldepflicht zu einem operativen Kontrollinstrument, das Zoll-, Lieferketten- und Finanzprozesse tiefgreifend beeinflusst“, sagt John Wegman, CEO der Customs Support Group. „In unserer täglichen Arbeit sehen wir fünf typische operative Fehler, die direkt zu zusätzlichen Kosten sowie zu Compliance-Risiken führen können – und klare Ansatzpunkte, wie man sie vermeiden kann.“
- Fehlen einer CBAM-Governance und eines integrierten Datenmanagements
Viele Unternehmen behandeln CBAM als eine rein technische Berichtsaufgabe, während es in Wirklichkeit eine koordinierte Verantwortlichkeit in den Bereichen Zoll, Beschaffung, Nachhaltigkeit und Finanzen erfordert. Ohne klare Zuständigkeiten und integrierte Datenflüsse sind Unternehmen mit uneinheitlicher Berichterstattung, Verzögerungen und einem erhöhten Fehlerrisiko konfrontiert.
- Unzureichende oder falsche Tarifierung von Waren
Die korrekte Zuweisung von Zolltarifcodes ist entscheidend dafür, ob und wie CBAM-Verpflichtungen gelten. Fehler bei der Tarifierung führen zu falscher Berichterstattung, Verzögerungen und zusätzlichem Aufwand. Unternehmen sollten den Ursprung, die Klassifizierung und die CBAM-Relevanz regelmäßig überprüfen und abstimmen.
- Nicht rechtzeitige Erlangung des Status eines zugelassenen CBAM-Meldepflichtigen
Importeure von CBAM-Waren, die den Schwellenwert von 50 Tonnen überschreiten, müssen jetzt dringend den Status eines zugelassenen CBAM-Anmelders beantragen. Da der 31. März 2026 weithin als kritische operative Frist angesehen wird, sind Unternehmen, die ihren Antrag noch nicht eingereicht haben, erheblichen Risiken ausgesetzt. In der Praxis kann das Versäumnis, rechtzeitig einen Antrag zu stellen, zu Verzögerungen, Strafen oder sogar zur vorübergehenden Unfähigkeit führen, CBAM-Waren einzuführen, je nachdem, wie die nationalen Behörden mit ausstehenden oder verspäteten Anträgen umgehen.
- Versäumnis, die finanziellen Auswirkungen von CBAM zu bewerten
Viele Unternehmen betrachten CBAM immer noch als eine Berichtsaufgabe, ohne die finanziellen Auswirkungen zu quantifizieren. Ab 2026 wird sich CBAM jedoch über den Kauf von Zertifikaten direkt auf die Importkosten auswirken. Mit der Veröffentlichung der Ausfallwerte und der CBAM-Benchmarks verfügen die Unternehmen bereits über ausreichende Informationen, um ihr Risiko abzuschätzen. Wenn sie dies nicht tun, kann dies zu erheblichen unerwarteten Kosten, Margenaushöhlung und Preisproblemen führen.
- Unterschätzung der operativen Konsequenzen und Sanktionen
Falsche oder unvollständige Berichte können nicht nur Nacharbeit und manuelle Korrekturen nach sich ziehen, sondern – im schlimmsten Fall – auch Geldstrafen, die sich an der Höhe des EU-EHS orientieren. Abgesehen von den Bußgeldern müssen die Unternehmen mit verstärkter Kontrolle, Verzögerungen und anhaltendem Verwaltungsaufwand rechnen. CBAM sollte daher als kontinuierlicher betrieblicher Prozess mit regelmäßigen Kontrollen behandelt werden – nicht als einmalige Berichtsübung.
Praktisches Beispiel: Wenn CBAM erst während der Berichterstattung sichtbar wird
Ein typischer Fall aus der Industrie zeigt, wie schnell sich die CBAM-Risiken im Jahr 2026 verwirklichen können: Ein EU-Importeur von Stahlkomponenten aus einem Drittland tritt in die endgültige Phase ein, ohne die finanziellen Auswirkungen von CBAM bewertet zu haben und ohne sich frühzeitig mit seinen Lieferanten auseinanderzusetzen.
Bei der Vorbereitung seiner ersten CBAM-Erklärung fordert der Importeur Emissionsdaten von seinem Lieferanten an. Der Lieferant ist jedoch der Ansicht, dass die Produkte nicht in den Geltungsbereich der CBAM fallen, da sie intern als „Teile“ und nicht als CBAM-relevante Waren eingestuft werden. Infolgedessen wurden keine Vorbereitungsarbeiten durchgeführt und es sind keine Emissionsdaten verfügbar.
Erst in diesem Stadium wird deutlich, dass die Waren aufgrund ihrer korrekten zollrechtlichen Einstufung tatsächlich unter CBAM fallen. Aufgrund des fehlenden vorherigen Abgleichs und fehlender Daten ist der Importeur gezwungen, sich auf Standardwerte zu verlassen.
Dies führt zu deutlich höheren CBAM-Kosten als erwartet, zu dringenden Koordinierungsbemühungen und zu dem Druck, die Lieferantenbedingungen neu zu verhandeln und die Preise anzupassen.
„CBAM ist kein theoretisches Berichtsprojekt, sondern ein operativer Stresstest für Zoll-, Lieferketten- und Datenprozesse“, sagt Wegman. „Nicht die Regeln selbst, sondern ihre Umsetzung entscheidet darüber, ob Unternehmen Risiken bewältigen oder unnötige Kosten verursachen.“
Kostenlose Webinare zur CBAM-Implementierung
Um importierende Unternehmen zu unterstützen, bietet die Customs Support Group regelmäßig kostenlose Webinare an, in denen Experten praktische Anleitungen zur effizienten Implementierung von Datenstrukturen, zur Kommunikation in der Lieferkette und zur CBAM-Berichterstattung geben. Aktuelle Termine und Themen finden Sie unter www.customssupport.com/resources/webinars.
Über Customs Support Group
Customs Support Group (CSG) ist Europas führender unabhängiger Anbieter von Zollabfertigungs- und Handelslösungen, der durch modernste digitale Innovationen und fundierte Branchenkenntnisse nahtlose grenzüberschreitende Abläufe ermöglicht. Mit einer Präsenz in 14 europäischen Ländern an wichtigen strategischen Standorten bietet die CSG das umfassendste Angebot an Zolldienstleistungen auf dem Markt. Mit über 60.000 Kunden und einem Team von 1.700 engagierten Zollexperten hilft die CSG Unternehmen, die betriebliche Effizienz und die Einhaltung von Vorschriften in einem zunehmend komplexen Handelsumfeld zu verbessern.
Für Medienanfragen wenden Sie sich bitte an:
Customs Support Group
Julia Verbunt
Email: julia.verbunt@customssupport.com